Control-F

Leitfaden 04 Datenqualität

Telemetriedaten analysieren. Messreihen vergleichbar machen.

Control-F prüft Telemetriedaten aus unterschiedlichen Anlagen, Gateways und Historians. Wir bringen Zeitstempel, Signaldefinitionen und Einheiten zusammen, damit sich der Anlagenbestand auf einer belastbaren Grundlage auswerten lässt.

DATENQUALITÄT / ZEITSTEMPELSYNTHETISCHE DATEN
Messzeit und Eingangszeit bei zwei Anlagen Beide Anlagen messen um 10:05 UTC. Anlage A liefert sofort. Das Gateway von Anlage B liefert ihren Messwert erst um 10:15 UTC. Im Vergleich zählt die Messzeit. Anlage A Anlage B Messzeit Eingang +10 min 6,20 bar 0,62 MPa = 6,20 bar 10:00 10:05 10:10 10:15
● Messzeit┄ Verzögerter DateneingangZEIT IN UTC
Gleicher Druck, gleicher Messzeitpunkt. Die zweite Nachricht trifft zehn Minuten später ein.

01 / Datenqualität

Was die Rohdaten verraten

Ein Trendvergleich zwischen Standorten kann täuschen, wenn Gateways anders puffern, Firmwareversionen die Signalnamen ändern oder Sensoren nur bei Wertänderung senden. Die Prüfung setzt bei der Herkunft jedes Signals an.

01 / Zeitbezug

Messung und Eingang trennen

Für Vergleiche ordnen wir Werte nach der Messzeit ein. Die Eingangszeit zeigt, wie frisch ein Feed ist. Zeitzonen, Uhrabweichungen und verspätete Nachrichten werden als eigene Qualitätsmerkmale erfasst.

02 / Signalbezug

Gleiche Messgrößen erkennen

Wir dokumentieren Anlagen-ID, Messpunkt, Einheit und Sensorversion. Druckwerte in bar und MPa lassen sich umrechnen, wenn beide dieselbe Bezugsgröße haben. Relativ- und Absolutdruck brauchen eine eigene Behandlung.

03 / Vollständigkeit

Lücken und Wiederholungen prüfen

Die erwartete Sendelogik zeigt, welche Zeitfenster fehlen. Wiederholte Zustellungen erkennen wir über eine Ereignis-ID oder Sequenz. Identische Messwerte zu unterschiedlichen Zeiten können gültig sein.

02 / Synthetisches Beispiel

Zwei Anlagen, zwei Zeitstempel

In zwei Werken messen baugleiche Anlagen denselben Relativdruck. Ein Gateway sendet sofort, das andere überträgt einen Puffer nach einem Verbindungsabbruch. Ein Bericht nach Eingangszeit würde die Messung aus Werk B einem späteren Betriebsfenster zuordnen.

Rohdaten
Anlage A meldet um 10:05 UTC 6,20 bar. Anlage B misst zeitgleich 0,62 MPa. Ihre Nachricht erreicht die Plattform um 10:15 UTC und wird danach erneut zugestellt.
Aufbereitung
Wir rechnen beide Werte in bar um, ordnen sie nach Messzeit ein und zählen die erneut zugestellte Nachricht mit identischer Ereignis-ID einmal. Die Verzögerung bleibt am Datensatz sichtbar.
Nutzbares Ergebnis
Der Bericht vergleicht zwei Messungen im selben Zeitfenster. Ein eigener Frischeindikator zeigt, dass der Feed aus Werk B zu spät für eine Live-Entscheidung eintraf.
Checkliste für das Telemetrie-Audit ↓

03 / Häufige Fragen

Was braucht ein Telemetrie-Audit?

Mit welcher Stichprobe können wir starten?

Wählen Sie eine Anlagenklasse, zwei unterschiedliche Datenquellen und einen Zeitraum mit Normalbetrieb und einer bekannten Unterbrechung. Signaldefinitionen und ein Beispiel für einen Firmware- oder Konfigurationswechsel helfen bei der Einordnung.

Was lässt sich aus einem Feed ohne Messzeit ableiten?

Mit Eingangszeit lassen sich Zustellung und Verfügbarkeit beurteilen. Für die zeitliche Reihenfolge im Prozess prüfen wir, ob Sequenznummern, lokale Protokolle oder ein verlässlicher Takt die Messzeit eingrenzen können. Verbleibende Unsicherheit gehört in den Befund.

Wie misst man Datenqualität im laufenden Betrieb?

Wir definieren passende Kennzahlen je Signal. Dazu zählen der Anteil auswertbarer Zeitfenster, das Alter des letzten Werts und die Verteilung der Zustellverzögerung. Die Grenzwerte ergeben sich aus der Betriebsentscheidung und dem erwarteten Sendetakt.

04 / Mit Control-F sprechen

Welche Feeds sollen zusammenpassen?

Beschreiben Sie die Anlagen, die verfügbaren Quellen und die Auswertung, die Sie verlässlich betreiben wollen. Im Audit klären wir, welche Stichprobe genügt und welche Regeln sich für Ihre Datenpipelines ableiten lassen.